Olympischer Moment
Als die Nummer 2 vorbeizog
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Carsten Oberhagemann macht gemeinsam mit Oliver Wurm das Olympiamagazin. 2012 war er Geschäftsführer des Deutschland-Achters – und saß beim olympischen Finale in London auf der Tribüne.
Der Deutschland-Achter dominierte über 3 Jahre lang die Welt des Rudersports. Wurde 3-mal Weltmeister in Folge, blieb in 35 Rennen unbesiegt – das deutsche Flaggschiff ging als hoher Favorit ins alles entscheidende Rennen, dem olympischen Finale von London 2012.
Es war der 1. August. Ich saß auf der Tribüne, war einer von 30.000 Zuschauern am ausverkauften Dorney Lake und voller Euphorie. Beim Einfahren – hinter uns in einem Seitenkanal – hörte man das leise Eintauchen der Ruderblätter. Die Mannschaft ließ sich von „Deutschland, Deutschland“-Rufen nicht aus der Ruhe bringen und vor ihrem wichtigsten Sportmoment nicht von ihrem Fokus abbringen. Wenige Minuten später der Start des finalen Rennens, es wurde gewaltig laut im Zuschauerkessel.
Der Deutschland-Achter ruderte voran, gejagt von den anderen Booten. Allen voran von der britischen Heimmannschaft. Und dann schob sich irgendwo zwischen der 1000- und der 1500-Meter-Marke die britische Bugnummer 2 vorbei an der deutschen Nummer 4. Dieses Bild war im großen Ausschnitt auf der Leinwand zu sehen. Ein Moment, den ich nie vergessen werde. Sollte die grandiose Siegesserie der letzten 3 Jahre ausgerechnet im letzten Rennen des Olympiazyklus reißen? Aber nein, die deutsche Mannschaft mit Kristof Wilke, Florian Mennigen, Lukas Müller, Richard Schmidt, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Andreas Kuffner, Filip Adamski und Steuermann Martin Sauer konterte den britischen Angriff mit einem frühzeitig eingeleiteten Endspurt und fuhr zum umjubelten Olympiasieg.

Die Goldmedaille bei der anschließenden Siegesfeier in einem Restaurant an der Themse einmal für einen kurzen Moment um den Hals hängen zu haben, war auch für mich eine schöne Belohnung für den langen Weg, den ich als Geschäftsführer gemeinsam mit dieser Mannschaft gehen durfte.
Das Finale zum Nachsehen:
https://www.youtube.com/watch?v=B7U0B4szsNs